Aerodynamik

Dem bewährten Aspirin-Konzept wurde beim SALpeter der letzte Feinschliff gegeben. Verbesserungen wurden vor allem in folgenden Punkten angestrebt (geordnet nach Priorität):

• Sinkrate bei toter Luft

• Gleiten gegen den Wind

• Wurfhöhe

• Steigen beim Kreisen in der Thermik

Für den SALpeter wurde ein Set von 5 verschiedenen Profilen entlang der Spannweite angepasst an die lokalen Re-Zahlen, Auftriebsbereiche und Dickenanforderungen entworfen. Das Profil des Aspirin war noch für eine größere relative Dicke von 7.3% ausgelegt worden, um vernünftige Servos ohne herausstehende Teile integrieren zu können und ein exzellentes Steifigkeits-Gewichts-Verhältnis realisieren zu können.

Mit der in monatelanger Feinarbeit entwickelten AH160_9-Serie wurden die luxuriösen Reserven im negativen Auftriebsbereich zugunsten einer Spezialisierung auf den am häufigsten genutzten Bereich reduziert. Die relative Dicke im Hauptteil des Flügels wurde dementsprechend kleiner und nur dort wo die Servos montiert werden beibehalten.

Auch wurden die Profile wieder mit einem Konturknick versehen und somit auf zwei Vorzugs-Klappenstellungen optimiert (0/-2 Grad). Im langsamen Gleitflug bleibt die Oberseite glatt, um unnötig große laminare Ablöseblasen zu vermeiden und den Druckwiderstand zu reduzieren. Der Unterseitenknick führt dann nicht zu frühzeitiger Transition und die dünne Ablöseblase reduziert den Reibungswiderstand etwas.
Im Schnellflug wird die Unterseite glatt gemacht, um die Grenzschicht nahezu 100% laminar zu halten. Der Formparameter-Verlauf wurde so optimiert, dass die Laminardelle trotz der größeren Wölbung gegenüber dem Aspirin weiter nach unten reicht.

Wurde der Aspirin bei viel Wind sehr schwer (> 310 g) und mit zu negativer Klappenstellung geflogen, konnte teilweise ein Verlust an Gleitleistung beim Zurückfliegen aus der Thermik auftreten. Es war nicht jedem gegeben, den „sweet spot“ hinsichtlich Klappenstellung, Ballastierung und Geschwindigkeit zu finden. Der SALpeter bietet ein deutlich breiteres Optimum, mit geringerem Leistungsabfall im Off-Design-Bereich.

Der Außenflügel wurde etwas schmaler und weniger gepfeilt gehalten als beim Aspirin, um die letzten Nuancen des Flugverhaltens zu optimieren. Für unseren Geschmack tendierte der Aspirin ein wenig zu sehr dazu in der Mitte abzureißen und anschließend die Nase nach unten zu nehmen. Diese Gutmütigkeit war für den erfahrenen Piloten etwas zu viel.
Bei dieser Änderung wurde natürlich darauf geachtet, dass Stabilität und Kreisflugverhalten genau soweit angepasst werden, dass der Wettbewerbspilot nicht zu fixiert auf das Modell sein muss und eine gute Anzeige von Thermik hat.

Dementsprechend ergab sich eine mittlere Streckung als der optimale Kompromiss hinsichtlich Steifigkeit, Re-Zahl und Masse-Flächenbelastungs-Verhältnis für beste Allround-Leistung bei typischen Wetterlagen. Es sollte ein Flieger entstehen, der ein riesiges Einsatzspektrum hat und immer funktioniert.

Das Seitenleitwerk ist natürlich wieder asymmetrisch profiliert, um die Pendelbewegung nach dem Start möglichst schnell abzubauen. Beim Aspirin traten im Langsamflug manchmal kaum bemerkbare Wackler um die Hochachse auf. Dies wurde beim SALpeter erfolgreich beseitigt. Trotzdem ist das SLW-Profil noch stark am HT23 orientiert und liefert hohen Maximalauftrieb in der ersten Schiebeflugphase nach dem Abgeben. Gegenüber dem Aspirin wurde die Spannweite nur marginal von 240 auf 244 mm erhöht und auch die Fläche ist mit 1.70 dm² quasi unverändert. Trotzdem wurde die Wirksamkeit gesteigert, ohne jedoch zuviel Masse, Trägheit und Widerstand durch ein zu großes SLW zu erzeugen. Gleichzeitig wurde das Volumen reduziert, um die Kernmasse zu verringern. Natürlich gibt es wieder je ein Seitenleitwerk für Rechts- und für Linkshänder.

Auch das Höhenleitwerk wurde leicht vergrößert und dem größeren Auftriebsanstieg des Flügels angepasst. Durch die minimal tragende Profilierung ergibt sich ein noch harmonischeres Langsamflugverhalten, wobei penibel darauf geachtet wurde, dass dies keine Widerstandseinbußen im Wurf mit sich bringt.

Die V-Form wurde noch einen Tick auf 6,2 Grad erhöht, um im Kreisflug mit möglichst wenig Steuerkorrekturen auszukommen. Sie ist den Wurfhöhen keineswegs abträglich. Und beim Abgleiten in ruhiger Luft kann man die meisten Korrekturen widerstandsgünstig nur mit dem Seitenruder machen.

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