Ziel beim HLG-Fliegen ist es, aus der Hand möglichst lange zu fliegen. Erste Voraussetzung dafür sind hohe Würfe. Die zweite, und bei schwachen Bedingungen wichtigere, ein excellentes minimales Sinken. Hinzu kommt, dass bei Wind ein gutes Vorankommen zwischen der Thermik extrem wichtig ist.
Dies lässt drei konträre Anforderungen an die aerodynamische Auslegung erkennen. Eine Optimierung des langsamen Gleitflugs lässt sich nur schwer mit einem vernünftigen Widerstandswert bei den hohen Abwurfgeschwindigkeiten vereinbaren. Auftriebsbeiwert und Reynolds-Zahl beim Streckenfliegen liegen zwischen den beiden Extremen und lassen reine Zweipunkt-Designs meist alt aussehen.
Das ca_max darf wegen des unabdingbaren Thermikkreisens nicht zu tief liegen. Ein erhöhter Profilwiderstand ist hier nicht ganz so kritisch, da sowieso der induzierte Widerstand zuschlägt. Eine nicht übertrieben hohe Streckung kommt der Re-Zahl zu gute und hat bei gleicher Masse keine Nachteile beim induzierten Widerstand zur Folge wie sich theoretisch nachweisen lässt. Bei einfacherem Bau (Unterbringung der Servos), besserer Steifigkeit usw.
Das konkrete Optimaldesign hängt leider auch vom konkreten Wetter ab. Den besten Flieger für alle Bedingungen gibt es nicht. Vielmehr muss nach einem robusten Kompromiss gesucht werden. Vereinfacht gesagt, der Flieger muss funktionieren.
Dazu muss man zunächst die Besonderheiten der Aerodynamik bei kleinen Re-Zahlen beachten. Hier ist Laminarhaltung der Grenzschicht nicht das Problem, sondern das Gegenteil. Druckwiderstand aus laminaren Ablöseblasen ist im Gleitflug der entscheidende Faktor, der drastische Leistungseinbußen hervorruft. Das Profildesign zielt also dahin, diesen möglichst klein zu halten. Beim Wurf dagegen erreicht man einen kleinen Widerstand nur durch lange laminare Laufstrecken.
Die Messlatte lag in Form von den SuperGee-Profilen von Mark Drela schon ziemlich hoch. Bedenken bestanden bezüglich der Flatterfestigkeit beim Wurf. Deshalb und auch um vernünftige Servos innerhalb des Flügels unterzubringen, wurde zu einer etwas größeren Dicke von 7.3% orientiert. Außerdem wird dadurch der Widerstand beim Wurf eher kleiner.
Ohne Wölbklappen ist ein DLG chancenlos. Der Abstimmung der Klappen wurde
deshalb viel Augenmerk geschenkt. Die jeweils wichtigen Profilseiten sind bei
den entsprechenden Klappenstellungen im Strak.
So bleibt bei negativen Ausschlägen im Schnellflug die Unterseite quasi
komplett laminar. Auf der Oberseite muss sich dabei die Blase erst nach dem
Klappenscharnier wiederanlegen. Dort also auch fast 100% laminar, aber mit wenig
Druckwiderstand.
Bei positiven Klappenstellungen passt die Druckverteilung der Oberseite. Unten
entsteht über der Klappe eine sehr flache Blase, die den Reibungswiderstand
reduziert. Dass dies auch in der Praxis funktioniert belegen sowohl Flugleistungen
und Windkanalmessungen.
Das Seitenleitwerk ist asymmetrisch profiliert, um die Pendelbewegung nach dem Start möglichst schnell abzubauen. Des weiteren haben gewölbte Profile weniger Tendenz zum dead-band-Effekt.
Viele wundern sich über die große, einfache V-Form. Sie ist das Resultat umfangreicher Vorabtests und den Wurfhöhen keineswegs abträglich. Das Kreisflugverhalten wird dramatisch verbessert. Und bei ruhiger Luft kann man die meisten Korrekturen widerstandsgünstig nur mit dem Seitenruder machen.
So einfach wie möglich, aber so kompliziert wie nötig war hier die Devise. Für einen Hochleistungs-DLG ist daher einiges an Aufwand erforderlich.
Die Tragfläche des Aspirin ist in verschiedenen Versionen erhältlich.
Bei der Standard Competition-Version für den Wettbewerbspiloten liegt das
Augenmerk auf geringstem Gewicht trotz gleichzeitig für konkurrenzfähige
Würfe dimensionierter Festigkeit. Dies erfordert den Einsatz von Werkstoffen
mit hoher spezifischer Festigkeit und Steifigkeit. Deshalb wird als Stützstoff
Rohacell verwendet und Carbon an
den notwendigen Stellen mit Akribie verbaut.
Ausgehend von dieser Standard-Variante können auf Wunsch verschiedene Maßnahmen
zur Steigerung der Steifigkeit und Robustheit durchgeführt werden. CFK-D-Box,
Kevlar-D-Box, Voll-CFK und Voll-Kevlar sind möglich. Aus unserer Sicht
am sinnvollsten ist jedoch die Verstärkung mit CFK-Gitter-Gewebe, da dies
mit geringstem Zusatzgewicht verbunden ist.


Die Flaperons sind auf der Unterseite mit einem Silikonscharnier dauerhaft befestigt. Die minimale Oberflächenrauhigkeit und Druckdichtheit sicheren maximale laminare Laufstrecken über die Klappenunterseite beim schnelleren Fliegen. Auf der Oberseite erfolgt die Abdichtung des Spaltes mit einer speziellen Folie.
Mögliche Farben sind: weiß, rot, violett, orange, grün, blau und schwarz.
Der Rumpf wird unter Druck nass-in-nass aus UD-CFK-Gelege
laminiert. Dies sichert eine ultimative Festigkeit. Selbst härtere Abstürze
werden ohne Beschädigung weggesteckt. Als Standard-Variante ist die Ausrüstung
des Rumpfes mit zwei Servos vorgesehen. Kein Gefummel mit Anlenkungen aus dem
Rumpf heraus und maximale Torsions-Steifigkeit der Flaperons sind die Argumente
dafür gewesen. Bei Bedarf ist aber auch genug Platz für vier Servos
vorhanden.


Unter der Fläche können 32 g Ballast angebracht werden (mit anderem
System auch mehr), um den Einsatzbereich zu höheren Windgeschwindigkeiten
zu erweitern.
Der Leitwerksträger wird als separates Rohr aus UD-Gelege und Carbon-Schlauch hergestellt. So kann einerseits durch Aufbringung eines hohen Drucks ein optimaler Faservolumengehalt und ein extrem geringes Gewicht erreicht werden. Andererseits bestehen in gewissen Grenzen Variationsmöglichkeiten bei der Leitwerksposition. Durch die verschiedenen Faserwinkel werden sowohl Biege- als auch Torsionslasten optimal aufgenommen.
Die Leitwerke der beiden High-End-Versionen werden ebenfalls in Negativformen
hergestellt. Dies sichert eine optimale Reproduzierbarkeit der Flugeigenschaften.
Hier wird der Leitwerkseinfluss oft unterschätzt.
Die Befestigung des Höhenleitwerks erfolgt abnehmbar auf einem Pylon. Das
Seitenleitwerk wird mit Hilfe einer beigelegten Schablone auf dem Leitwerksträger
verklebt.
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![]() Standard-Variante des Rumpfausbaus |
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![]() Andere Variante mit SMC-14 |
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![]() Steife Verkastung von Fläche und Ruder mit GFK/Balsa bzw. C-Schlauch |
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Mittlerweile gibt es ein leicht vergrößertes
Seitenleitwerk, auch für Linkshänder. Die Spannweite wurde von 215
auf 240 mm erhöht, die Fläche auf 1.68 dm². Damit wird das Pendeln
nach dem Abwurf etwas reduziert.
Der Wurfstift ist profiliert und somit aerodynamisch weniger schädlich. Die breite Auflagefläche für die Fingerkuppen ermöglicht höchste Würfe und reduziert die Belastung beim Werfen. Damit werden die sonst üblichen Blutbläschen unter der Haut vermieden. Der Krafteinleitungsbereich ist natürlich kohlefaserverstärkt.
Für die Massen der Einzelteile gelten strenge Toleranzgrenzen (+- 5%).
Dies sichert die Qualität und vor allem die gewünschten Flugleistungen.
Die Abflugmasse liegt typischerweise bei 260-265 g. Leichte Flieger sind ohne
viel Aufwand ab ca. 250 g möglich. Wird nichts aufs Gewicht geachtet, kommt
man auf ca. 280 g, was in etwa das obere Ende des sinnvollen Bereiches markiert.
| Maximale Einzelmassen Aspirin | |||
|---|---|---|---|
| Tragfläche | Competition (RHC) | 123 | g |
| Disser (RHC, C-roving) | 127 | g | |
| Rumpf | CFK-Gelege | 24 | g |
| Leitwerksträger | UD-CFK, C-Schlauch | 10.5 | g |
| Höhenleitwerk | GFK, Schaumkern | 8.5 | g |
| Seitenleitwerk | GFK, Schaumkern | 7.0 | g |
| Pylon HLW | CFK | 1.5 | g |
Der Aspirin wird praktisch flugfertig geliefert. Es brauchen nur noch die Ruderanlenkungen fertiggestellt und RC-Komponenten eingebaut zu werden. Folgende Teile können dazu verwendet werden:
| RC-Komponenten Aspirin | |||
|---|---|---|---|
| low-cost | high-end | ||
| Servos | Tragfläche | C261 | DS281 |
| Rumpf | C141 | C1041 | |
| Empfänger | Jeti Rex 5 plus |
Schulze alpha, |
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| E-Akku | NiMH | 2/3 AAA (280 mAh) | 2/3 AAA (400 mAh) |
Weitere Infos und Bilder vom Bau gibt es unter www.agm-penig.de
zu finden.